Architecture Suisse

Wohnüberbauung Bleiche

Typologie
AI6
Ort
3076 Worb, BE
Architekturbüro
Architektengemeinschaft : Franz Oswald, Fritz Hubacher, Hans Rudolf Abbühi
Bauingenieubüro
Hans Peter Stocker
Projekt
1978 — 1980
Ausführung
1979 — 1980

Der Text der Artikel wird automatisch generiert und kann vereinzelt vom Original abweichen. Richten Sie sich bitte grundsätzlich an das Original-Pdf.

Architektengemeinschaft Franz Oswald, ETH/SIA 3007 Bern Tel (031) 221229 Christoph Stuberund Herbert Furrer Hans Rudolf Abbühl und Fritz Hubacher, 3008 Bern Tel (031) 252033 Hans Peter Stocker 3006 Bern 1979-1981 1978-1980 610,200/ 197.800 Farbstrasse, 3076 Worb

Aufbau des Wohnquartiers Das Wohnquartier hat sieben Reihenhauszeilen bzw. 37 Hauseinheiten. Diese sind um den zentralen Einfahrtshof und um den Quartierplatz angeordnet. Alle Hauser sind dreigeschossig, wobei die oberen Hauser am Hang zweieinhalb Wohngeschosse plus Kellerabteil und die unteren Hauser im ebenen Gelände zwei Wohngeschosse plus ein ganzes Kellergeschoss haben. Auf der Eingangsseite eines jeden Hauses kann in der sogenannten Ausbauzone ein Nebengebäude, das Wohnzwecken dient, z.B. für ein Studio, Atelier, Büro etc., erstellt werden. Die Ausbauzone ist als Nutzungsreserve vorgesehen und in der Ausnutzungsberechnung enthalten.

Charakteristik der Wohnbauvorstellungen Projektierung und Realisierung der «Bleiche»gingen vom Grundsatz aus, den Bewohnern soviel Entscheidungsfreiheit wie möglich bei der Gestaltung des gemeinschaftlichen und des individuellen Wohnbereichs zu gewahren.

Spielwiese «Wagenburg» Quartierplatz Zugang zu den Zivilschutzraumen Mehr zweckraum Biotop Briefkastenhaus Bauspielhügel über Kehrichtsammelsfelle

«Schale» und Individualbereich Die Gestaltungsfreiheit wird durch die konstruktive und organisatorische Trennung von «Schale» und Individualbereich gewährleistet. Die «Schale» wird von der Genossenschaft in Auftarg gegeben und unterhalten; der Individualbereich ist Privatsache des einzelnen Genossenschafters. Es liegt an ihm zu entscheiden, - ob er den Individuabereich in eigener Regie, durch die Architekten der Genossenschaft oder durch andere Architekten Projektierung und ausführen wollte; - wie er die räumliche Disposition in Grundriss und Schnitt des Individualbereichs treffen sollte, da Form und Lage derTreppe, Anzahl und Lage von Leitungen und Apparaten innerhalb der Schale frei waren; - was für ein Ausbaustandard bereits bei Bezug vorhanden sein sollte bzw. wo und wie der Ausbau gewisserTeile im Individualbereich auf einen spateren Zeitpunkt verschoben werden sollte; - wie hoch die Investitionen bzw. wie hoch die finanzielle Anfangsbelastung für den Individualbereich sein sollten; - welche Teile des Individualbereichs-Arbeitsgattung und Ausmass- in Eigenleistung ausgeführt werden konnten.

Charakteristiken Kubus nach SIA je nach Hausbreite und Grundriss zwischen 560 und 830 m2. Grundstückflache 14501 m2 Bruttogeschossflasche über ganze Wohnüberbauung inkl. Nutzungsreserve in der sogenannten Ausbauzone: 6885 m2 Bruttogeschossflache für Einzelhaus je nach Breite und Grundriss zwischen 145 und 235 m2 Kubikmeterpreis je nach Grundriss und Ausbaustandard zwischen 300 und 350 Fr/m3

Konstruktion der «Schale» Als «Schale» wird die bauliche Aussenhülle eines für alle Hauser identischen Gebäudequerschnitts definiert. Durch die Wahl der Hausbreite, die jeder Einzelbauherr selber trifft und 4 m; 5 m oder 6 m betragen kann, ist das Bauvolumen des Individualbereichs festgelegt. Rohbau: Bodenplatten und Geschossdecken in Eisenbeton; Brandmauern und äusseres Mauerwerk als Doppelschale mit Schalungssteinen und Beton; Dachkonstruktion in Holz über frei gespannten inneren Pfetten und Riegkonstruktion auf der Balkonseite; Vordach über Pfeilern in Stein und Metallkonstruktion für die nachträgliche Hängebefestigung von Baikonen, Wintergärten, Stören etc. Fenster in Holz, gestrichen; Ausfachung der Riegkonstruktion mit Holzplatten, doppelschalig, isoliert und gestrichen Installationen : Heizung und Warmwasser mit Elektrospeicher pro Haus mit Bodenverteilung. Wasseranschluss und Sanitärverteilung im keller; Kanalisationsanschluss in Bodenplatte; Elektro-Hausanschluss, Zähler und Sicherungskasten im Keller. Realisierung Das Projekt konnte nur dank den Finanzierungshilfen, die im Rahmen des WEG (Wohnbau- und Eigentumsförderungs-gesetz) beansprucht werden können, d.h. Bürgschaften für Landerwerb, Baukredit und Hypotheken, realisiert werden. Bibliographie Werk, Bauen + Wohnen, 4/82 35 Schweizer Architektur Nr. 53 September 1 982 Fotos Hans Baumann