Architecture Suisse

Mehrzweckgebäude «Teuchel weiher»

Typologie
AI, AX
Ort
8400 Winterthur, ZH
Bauherrschaft
Stadt Winterthur
Architekturbüro
Prof. U. J. Baumgartner
Bauingenieubüro
P. Pfeiffer
Ausführung
1984 — 1984

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Mehrzweckgebäude «Teuchel weiher» 8400 Winterthur Immeuble à affectations multiples «Teuchel weiher» 8400 Winterthur Bauherr Mahre de l'ouvrage Architekt Architecte

R. Lang P. Pfeiffer ETH/SIA Winterthur Elektro: R. Sprenger, Winterthur Heizung, Lüftung: Sulzer Energieconsulting AG Winterthur Sanitär: Gianotti + Schudel Winterthur Frau M. Liesch, Chur (Farbkonzept) H. Müller-Tosa, Zürich (Treppenhäuser)

OTTO Beschreibung / Description Der Neubau / Nouvelle construction Grundlage für die im Jahre 1982 begonnene Planungs- und Entwurfsarbeit bildete ein vom städtischen Hochbauamt erarbeitetes Vorprojekt. Diese Studie basierte auf einem Raumprogramm, das für den projektierten Neubau sowohl Unterkunfts- als auch Schulungs- und Dienstleistungsräume auswies. Die Analyse des Gesamtauftrages ergab, dass unter Berücksichtigung - der städtebaulichen und landschaftsgärtnerischen Situation, - der Grundeigentumsverhältnisse, - der dem Raumprogramm überlagerten Funktionsstruktur, - der Konstruktionsstruktur des bestehenden Kasernengebäudes - und nicht zuletzt wegen wirtschaftlicher und feuerpolizeilicher Überlegungen. Veränderungen in der Zuteilung einzelner Raumgruppen zwischen der Alt- und Neubaute vorgenommen werden mussten.

Unterkunfts-Neubau (mit Blick vom Technikum her gegen die Süd-Fassade mit dem Eingangsvorbau an der Wildbachstrasse) Nouveau bâtiment réservé au logement (vue du technicum sur la façade sud et l'entrée donnant sur la Wildbachstrasse)

Im Altbau sind heute sämtliche Schulungs-, Dienstleistungs- und die dazugehörenden Nebenräumlichkeiten angeordnet. Der Neubau ist nur reines Unterkunftsgebäude. Das breite Feld künftiger Benutzer hält sich infolgedessen am Tage im bestehenden Kasernengebäude, Uber Nacht in der Neubaute auf. Einzige Ausnahme innerhalb dieses klaren organisatorischen Konzeptes bildet der nachträglich zugefügte Schulungsraum im Untergeschoss. Diese Überlegungen waren notwendig, um eine Baute zu entwerfen, die den unterschiedlichsten Nutzungsansprüchen von heute - und hoffentlich auch denen in naher Zukunft-zu genügen vermag. Es sind dies die Benützung des Gebäudes - durch Kurse geschossweise und gebäudehälftig, - durch das weibliche und männliche Geschlecht gleichzeitig, geschossweise und gebäudehälftig getrennt. Ausgangspunkt für die künstlerisch-gestalterische Lösung des Auftrages war das Nutzungskonzept: Die Neubaute dient als Unterkunfts- und Aufenthaltsort für Kurs-und Tagungsteilnehmer. Das Gebäude sollte demnach eine Erscheinungsform erhalten, die dem Verwendungszweck entspricht. Es sollte überzeugen durch Einfachheit in Formgebung, Materialwahl und Farbgebung. Als einzige ornamentalen Zufügungen sind die Gestaltung der Eingangspartie, die runden Lichtöffnungen zu Treppenhäusern und Korridor sowie die

in rhythmisch regelmässigen Abständen angeordneten Kalksteinverzierungen seitlich der Fenster zu verstehen. Wenn wir uns ein vernünftiges Verhalten historischer, denkmalpflegerischer Substanz gegenüber aneignen wollen, so kann es nicht darum gehen, dass wir eine Würdigung anerkannter, denkmalpflegebedürftiger Bausubstanz darin sehen, dass wirdem neu zu planenden Bauwerk Stil- und Dekorationselemente vergangener Architekturepochen aufsetzen. Dieses Verhalten gegenüber einer historischen Umgebung ist kein geeigneter Umgang mit der Geschichtlichkeit eines Ortes und würdigt schon gar nicht die Einmaligkeit einer neuen Bauaufgabe. Diese Gedanken veranlassten mich, einen architektonischen Ausdruckzu suchen, der mit zeitgemässen Mitteln das zur Wiedergabe bringt, was sich aus der Aufgabenstellung ablesen lässt. Die heutige Neubaute steht mit Selbstverständlichkeit-wie eine Art Theaterkulisse - hinter dem «Grünvorhang» der Eulach und vorder mit viel Zuneigung renovierten«Bareiss-Kaserne». Ihre Erscheinungsform soll in uns allen das Zutrauen zu zeitgenössischer Architektur wecken. Es soll jedem interessierten, offenen, dem Neuen zugewandten Menschen ermöglichen, sich zur guten zeitgemässen Architektur zu bekennen, statt

stets in der Vergangenheit zu verharren. Die architektonische Erscheinungsform soll den Beschauer auffordern hinzusehen, sie soll ihn neugierig und nachdenklich machen. Der Ausdruck soll Freude, Vergnügen und Überraschung auslösen. Meine persönliche Auffassung ist es, dass keine Stadt so schön und faszinierend ist, wie jene, in der sich alte und zeitgenössische Architektur lebendig zu einer Einheit ergänzen. Wir sollten das Alte mehr lieben und weniger nachahmen.

Raumprogramm / Programme Untergeschoss : Schutzraumanlage für 200 Personen (Permanentes Massenlager), technische Raume/Lager, 1 Schulungsraum. Erdegeschoss : Eingangshalle, 3 12er-Zimmer, 1 8er-Zimmer, 2 4er-Zlmmer, Krankenabteilung, notwendige WC-A/Vasch- und Duschanlagen. 1. Obergeschoss : 4 12er-Zimmer, 3 8er-Zimmer, notwendige WCVWasch-und Duschanlagen. 2. Obergeschoss: 14 4er-Zimmer, notwendige WC/Wasch- und Duschanlagen. 3. Obergeschoss: 6 4er-Zimmer, 16 1er-Zimmer, notwendige WC-A/Vasch- und Duschanlagen.